Herkunft - Böhmen - Jilemnice (Starkenbach)
Massivholz in Jilemnice (Starkenbach)

Zvedava Ulicka. Blick auf die Straße um 1900
Das Fallbeispiel „Salduv Statek“ liegt in der sogenannten "Zvedava Ulicka" ("Neugieriges Gäßchen") in Jilemnice (Starkenbach), und wurde im Jahre 1732 erstmalig erwähnt. Die Gasse im Zentrum Jilemnices besteht aus einer bemerkenswerten Ensemble von 16 ähnlichen Häusern in Massivholzbauweise. Entlang des Hügels wurde bei jedem Gebäude der Abstand zur Gasse reduziert, und erlaubt somit einen direkten (neugierigen) Blick jedes Hauses auf den Marktplatz.
Der Salduv Statek (Salduv-Hof) in Jilemnice, Tschechische Republik

Salduv Statek, Jilemnice. Außenansicht im Winter
Das Haus wurde von seinem jetzigen Besitzer, Jan Sucharda, von seinem Originalstandort um einige Meter versetzt. Es liegt nun an der Ecke zur Hauptstraße und markiert den Eingang zur Zvedava Ulic(ka. Das Gebäude wird aktuell als Restaurant genutzt.

Salduv Statek, Jilemnice. Fassade
Im Jahre 1788 wurde Jilemnice durch einen Brand zerstört, inklusive der Zvedava Ulic(ka und vermutlich auch der Salduv Hof. Aufgrund des ähnlichen Baustils der umliegenden Häuser, können wir die Erbauung des Baus auf das ausgehende achtzehnte Jahrhundert schätzen.

Salduv Statek, Jilemnice. Grundrisse von Erdgeschoß und ersten Stock
TDer Grundriss unterscheidet sich von der gängigen Typologie der Wohnstallhäusern. Zwar ist das Haus aus Kiefernholz auch in drei Zonen mit einem zentralen Zugang unterteilt, doch die Scheune befindet sich addiert an der westlichen Seite des Gebäudes unter der Kreuzstube. Das ist auffällig, da Kreuzstuben üblicherweise über dem Eingangsbereich angeordnet werden um diesen vor Witterung schützen.

Salduv Statek, Jilemnice. Masive Wände während des Prozesses der Umbau. Photo: Jan Sucharda.
Das Dach ist ein Kehlbalkendach, wobei der First der Kreuzstube höher als der First des Hauptteils liegt. Ursprünglich war das Dach mit Holzschindeln gedeckt. Die gängigste Lösung in Nordböhmen waren Nutschindel aus Fichte (Picea abies), Lärche oder Eiche, in der Regel 55 cm lang und 2,5 cm dick waren (vgl. LOEWE 1969).











































